ÜBER MICH – Carina Møller-Mikkelsen

Body Acceptance

... bedeutet für mich, auf seinen Körper zu hören und zu lernen, mit ihm zusammen zu arbeiten und nicht gegen ihn. Zu verstehen, wer und wie man ist, und nicht dem falschen, vermeintlichen Ideal hinterher zu eifern. Ich habe lange nicht verstanden, wer ich bin und wie mein Körper tickt. In dem Alter von 16-18 Jahren war ich ziemlich unglücklich mit meinem Körper. Ich schaute ständig in den Spiegel und fühlte mich nicht gut genug. Auf Zeitschriften waren dünne Models abgedruckt, meine Freundinnen waren sehr schlank und ich dachte, dies wäre das Nonplusultra: Nur so (dünn) könnte ich mich wohlfühlen und Klamotten tragen, die toll an mir aussehen.
 

Die ersten Schritte

Ich entschloss mich also endlich dazu, mich in einem Fitnessstudio anzumelden. Ich probierte die Kurse aus, die dort angeboten wurden, zum Beispiel Zumba. Das war die reinste Vollkatastrophe mit mir. Während die anderen alle fleißig im Takt waren, bin ich kaum hinterhergekommen. So landete ich letztendlich im Freihantelbereich und fand dort große Freude an dem Ganzen. Ich merkte, wie mein Körper sich nach kurzer Zeit veränderte, und passte irgendwann auch meine Ernährung entsprechend an. So startete mein Weg zur Bodybuilderin und späterhin Wettkampfathletin in der Figurklasse der Frauen.

Der Perfektionismus

Ende 2017, Anfang 2018 realisierte ich endlich, dass ich mich verrannt hatte. War ich wirklich glücklich in und mit meinem Körper, wie er jetzt war? Nein! Leider nicht. Ich ging 5-7 Mal die Woche zum Training, kochte mein Essen vor und wog jedes einzelne Gramm, das ich aß, ab. Ich war in einen Teufelskreis geraten. An einigen Tagen wollte ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen und endlich das essen, worauf ich längere Zeit schon Lust gehabt hatte. Schokolade, Eis, Nudelauflauf, uvm. Dies stopfte ich dann an einem Tag hemmungslos in mich herein - so viel, dass ich Bauchweh bekam oder mich sogar übergeben musste. Dies ging eine längere Zeit so, bis ich realisierte, dass ich auch das so nicht mehr wollte. Ich musste etwas verändern und das tat ich also Ende 2017, Anfang 2018.
 

Die Akzeptanz

Mein Körper fing an, sich zu verändern. Ich nahm hier und da wieder etwas zu, mein Körper wurde immer weiblicher und bekam seine Kurven (zurück). Nicht nur körperlich veränderte sich einiges, sondern ebenso mental. Ich fing an, meinen Körper zu verstehen und zu akzeptieren. Wir arbeiteten ab jetzt Hand in Hand. Nach einiger Zeit kam dann auch meine Menstruation wieder, die für anderthalb Jahre ausgesetzt hatte aufgrund dessen, was ich meinem Körper in diesem Zeitraum angetan habe.

Du kannst dein ganz eigenes Schönheitsideal sein!

Durch diese Erfahrungen, die ich gemacht habe, weiß ich meinen Körper, so wie er ist, zu schätzen! Mein Körper ist wirklich toll so, wie er von der Natur vorgesehen ist, und das durfte ich jetzt endlich verstehen lernen! Ich möchte jedem anderen da draußen dies nur mit an die Hand geben: Versuche nicht, einem Schönheitsideal hinterher zu eifern, was du so gar nicht erfüllen kannst. Du kannst dein ganz eigenes Schönheitsideal sein!